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18.06.2018Kosten eines Erststudiums als Werbungskosten in der Steuererklärung?

Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich zurzeit wieder mit der Frage, ob die Kosten einer Erstausbildung  als vorweggenommene Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit oder „nur“ als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung abzugsfähig sind (Az. 2 BvL 23/14- 6/14).

Die gegenwärtige Regelung ordnet alle Ausgaben, die Studenten im Rahmen ihres Erststudiums haben, dem „privaten“ Bereich zu, mit der Konsequenz, dass Kosten für Fachliteratur, EDV, Studiengebühren, Zimmermiete u. ä. lediglich bis 6.000 € pro Jahr als Sonderausgaben in Form von Berufsausbildungskosten zu berücksichtigen sind.

Der steuerliche Effekt ist damit gleich null, denn nur, wenn Einkünfte deutlich über dem Grundfreibetrag von 9.000 € erzielt werden, wirken sich Sonderausgaben überhaupt steuermindernd aus. Die meisten Studenten haben Minijobs von max. 450 €/Monat und zahlen gar keine Steuern. Erst ab Einkünften von monatlich mehr als 1.030 € können einbehaltene Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschläge mittels Steuererklärung, in der sich dann auch Versicherungsbeiträge und Berufsausbildungskosten auswirken, wieder vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Anders sieht es aus, wenn das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass die Kosten der Erstausbildung vorweggenommene Werbungskosten darstellen. Hier lohnt es sich, sogar ohne Einnahmen eine Steuererklärung abzugeben und vom Finanzamt einen „Verlust“ bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit feststellen zu lassen. Dieser Verlust wird Jahr für Jahr vorgetragen und mindert später im ersten Jahr der Berufstätigkeit, in dem Gehalt gezahlt wird, das steuerliche Einkommen. Im Ergebnis kommt es zu einer Steuererstattung.

Wer bisher noch keine Steuererklärung abgegeben hat, kann unter Hinweis auf das o. g. Aktenzeichen bis zum 31.12.2018 beim Finanzamt beantragen, die Ausbildungskosten für die Jahre ab 2014 als Werbungskosten zu berücksichtigen. Bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sind die Finanzämter angehalten, Bescheide in diesem Punkt „vorläufig“ zu erlassen.

Für Fragen stehen wir gern zur Verfügung. Unsere Kontaktdaten erhalten Sie unter www.rst-beratung.de

Dipl.-Ing.-Ök. Kirsten Noack
Steuerberaterin
RST
Steuerberatungsgesellschaft mbH